Baureihe 103 - Vom Rhein durchs Schwabenland nach Augsburg

Beginnen soll unsere Fotoreise durch den südlichen Teil Deutschlands - auf den Spuren der 103 - im Bahnhof Bingerbrück. Nachdem der nicht nur vom Zugverkehr auf beiden Seiten des Rheins, sondern auch durch stetiges Rangieren im Güterbahnhof verursachte Lärm die ganze Nacht zur (am Hang sichtbaren) Jugendherberge hinaufhallte, ist der Fotograf noch recht müde, als 103 129 am 04.06.1989 mit EC11 durch den Bahnhof rollt.
Wesentlich besser ausgeschlafen war man da schon am 15.05.1992, so daß der Aufstieg in die Weinberge bei Nierstein nicht schwer viel. Belohnt wurde die Wanderung mit Fotos des IC601, der mühelos die schwimmende Konkurrenz hinter sich läßt, und des aus schweizer Wagen gebildeten EC104.
Kurvenreich ist der Streckenverlauf zwischen Heidelberg und Stuttgart - was auch der Grund für den Bau der Neubaustrecke von Mannheim in die schwäbische Metropole war, auf der mittlerweile der größte Teil der Fernzüge verkehrt.
Am 12.04.1991 schlängelte sich IC691, bespannt mit 103 175, noch in gemächlichem Tempo durch die Kurven bei Ölbronn.
Es hätte alles so gut gepaßt - die Fotostelle am Bietigheimer Enzviadukt wurde nach kurzer Suche gefunden, der Frühnebel machte rechtzeitig der Sonne Platz - nur die Bespannung des Lufthansa-Airport-Express blieb hinter den Erwartungen zurück. Statt der weiß-gelben 103 101 kam am 01.06.1991 eine unbekannte rot-beige 103 daher. Schade - aus diesem Grund wird in meiner Diasammlung auf ewig ein Bild der BR103 in den Farben der Lufthansa fehlen!
Südlich von Stuttgart geht es zunächst in flotter Fahrt durchs Filstal. Eines der markanteren Motive in diesem Abschnitt fand sich bei Salach, wo ein altes Fabrikgelände und ein Bahnübergang dazu einluden, die Kamera auszupacken. Am 05.05.1989 kam 103 244, die in Stuttgart mit der Beförderung des IC111 betraut worden war, gerade recht.
Übrigens: Der beschrankte Bahnübergang in Salach ist mittlerweile Geschichte, dennoch soll, wie aus üblicherweise gut unterrichteten Kreisen verlautet, das Motiv mit der Fabrik noch "machbar" sein!
Zwischen Geislingen und Amstetten müssen die Züge ihre Fahrt deutlich verlangsamen - mit beachtlicher Steigung schlängelt sich die Strecke an der Geislinger Steige die schwäbische Alb hinauf. Während 103 171 am 10.03.1996 mit IC119 den Anstieg gerade begonnen hat, hat es 103 168 am selben Tag mit ihrem EC13 schon fast geschafft.
Der wohl klassischte Fotostandpunkt an der Geislinger Steige ist der Aussichtsfelsen oberhalb von km 65,0 - schon Carl Bellingrodt hat von hier aus den Bahnverkehr beobachtet und dokumentiert. Auch heute noch trifft man hier bei gutem Wetter meist mehrere Eisenbahnfotografen an. Darauf, daß der EC65 mit der BR 103 bespannt ist, muß man allerdings kaum noch hoffen - am 28.10.2000 war es 103 144, die die österreichische Wagenschlange bergan zog.
Ist die Albhochfläche erst erreicht, geht es wieder zügiger voran! Südlich von Amstetten zieht am 16.01.1991 die 103 244 mit EC15 vorbei. Nur wenige Kilometer weiter legt sich am selben Tag bei Urspring eine unbekannte 103 mit IC611 in die Kurve.
Zur großen Freude der zahlreichen 103er-Fans erhielt 103 184 auf ihre alten Tage nochmals eine Neulackierung in (fast) traditionellem rot-beige. Nicht weniger groß war die Freude der anwesenden Fotografen, als die Maschine am 31.03.2002 bei Eiselau mit EC64 'Mozart' um die Ecke bog. Die alte Dame bespannte den internationalen Fernzug (Laufweg: Wien-West - Paris Est) von München bis Stuttgart, wo sie die Wagenschlange an die BR 181 abtreten mußte.
Die mühsam erklommene Albhochfläche hat 103 133 am 04.02.1990 bereits wieder verlassen. Nur noch eine Kurve, dann wird EC11 'Leonardo da Vinci' in Ulm halten. Wieviele der Fahrgäste wohl bis Mailand, dem Zielbahnhof des Zuges, an Bord bleiben werden?
Ebenfalls ein wohlbekanntes Fotomotiv ist die Donaubrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm, läßt sich doch das Ulmer Münster, dessen großer Turm mit 161 Metern als höchster Kirchturm der Welt gilt, trefflich mit in Szene setzen. Am 03.05.1986 überquert TEE 17 'Rheingold' gerade den Fluß und erreicht gleichzeitig bayerisches Hoheitsgebiet.
Bei Fleinhausen, westlich von Dinkelscherben, verläuft die Strecke auf einem hohen Damm, der besonders am späten Nachmittag eine Reihe hübscher Fotomöglichkeiten bietet. Nicht nur wegen seiner Zuglok - einer 103er - sondern auch wegen der jugoslavischen Wagen fiel der abendliche D295 aus dem Rahmen. Und wurde deshalb am 01.06. und am 03.08.1990 auf Zelluloid gebannt ...
Mehrere 103er vor einem Zug gibt in letzter Zeit gelegentlich zu sehen - früher war so etwas eine absolute Seltenheit. Groß war deshalb die Überraschung als IR2199 am 29.06.1992 mit zwei Loks ankam (links).
Einem Scherenschnitt gleich hebt sich eine 103 vor dem Abendhimmel des 09.07.1993 ab (rechts).
Fast könnte man meinen, ein Gemälde vor sich zu haben. Aber - wer malt schon 103er?

Gerade lichtet sich der Dunst an einem kalten März-Morgen und läßt die ersten Sonnenstrahlen hindurch, als 103 105 mit IR2198 heranrollt. Bei Mödishofen passiert der Zug einen knorrigen, entsprechend der Jahreszeit noch unbelaubten Baum.

Schon Geschichte ist der alte Bahnhof von Gessertshausen; er wurde im Zuge von Kurvenbegradigungsmaßnahmen komplett durch einen Neubau ersetzt.
Während heutzutage die Züge mit 200 km/h durch Gessertshausen rauschen, mußten 103 114 am 16.04.1991 (links oben) und 103 212 (rechts oben, 18.03.1992) Ihre Fahrt noch merklich verlangsamen. Auch 103 224 legt sich am 06.05.1990 mit ihrem EC112 in eher gemächlichem Tempo in die Kurve(links unten).

Verschwunden sind beim Neubau natürlich auch die Formsignale - am 08.04.1992 passiert 103 118 mit IR2191 das östliche Einfahrsignal (rechts unten).

Auch bei Diedorf hieß es Abschied nehmen von den alten Flügelsignalen, sie sind, wie vieles andere auf diesem Foto, Geschichte: Postwagen findet man in Fernreisezügen heute ebensowenig, wie zur Überführung beigestellte Speisewagen. Trotz der zusätzlichen Last bereitet die Beförderung des IC612 der 103 103 am 06.07.1989 aber keine Mühe!
Nördlich von Augsburg-Oberhausen trifft die Hauptbahn von Stuttgart und Ulm auf die Fernstrecke von Nürnberg. Fernverkehrszüge aus Westen werden auf einem großen Überführungsbauwerk über die Strecke aus Norden geleitet, während der Nah-und Güterverkehr meist auf den ebenerdig verlaufenden Gleisen westlich der Nürnberger Strecke geführt wird. Am 21.01.1989 hat 103 134 mit IC693 eine reinrassige InterCity-Garnitur der 80er Jahre am Haken.
Auch in Augsburg-Oberhausen müssen markante Gebäude als Hintergrund herhalten: 103 123 zieht IC811 vor der Kulisse der Wessel'schen Schuhfabrik vorbei (02.01.1989); 103 233 rollt mit EC115 vor dem großen Gaskessel durch den Bahnhof.
Den mit zwei Verstärkungswagen bestückten IC610 beschleunigt 103 114 am 11.06.1989 nach dem Halt in Augsburg Hbf. Ob sie es schafft, den drohenden Wolken davonzufahren? - Ein grandioser Blick über den Norden der Stadt bietet sich am 07.06.1992 vom Augsburger Hotelturm! Gerade fährt eine 103 mit einem Interregio aus Karlsruhe ein.
Weiter geht die Reise: Über die Nord-Süd-Strecke nach Franken ...

Letzte Änderung: 24.08.2002